Indonesien Teil 2 – Kupang

Unser Flug nach Papua geht am 2. Januar. Wir verbringen die „Wartezeit“ in Kupang, einer Stadt in West-Timor, also indonesischer Teil der Insel. Sehr viel günstiger als Timor-Leste. Wir gönnen uns ein gutes Hotel und verbringen viele Stunden in unserem angenehm klimatisierten Zimmer und arbeiten an den Fotos, Blog und Videos. Natürlich erkunden wir auch die Stadt. Neno fordert die Einheimischen im Schach heraus und wir essen Fisch vom Markt. Wir treffen uns auch nochmal mit Jhonet und ihrer Familie und erkunden eine Höhle, die nur von Fledermäusen bewohnt wird, in der man aber herrlich schwimmen kann.
Silvester verbringen wir im Hotel, mit reingeschmuggelten Whiskey. Happy 2018, auf viele neue Abenteuer!

Ost-Timor (Timor-Leste)

Warum Ost-Timor? Die Frage kriegen wir gleich nach der Ankunft auf dem winzigen Flughafen gestellt. In dieses Land verirren sich nur wenige Touristen. Für uns stand Ost-Timor, oder Timor-Leste (der offizielle Name) ganz oben auf der Wunschliste. Es ist das jüngste Land Asiens. Erst seit 2002 unabhängig, ehemalige portugiesische Kolonie und dann von Indonesien besetzt. Das Land hat eine schwere Vergangenheit. Trotzdem sind die Leute hier sehr hilfsbereit und winken uns oft auf der Strasse zu. Es ist außerdem neben den Philippinen das einzige katholische Land in Asien, und wir sind neugierig, wie hier Weihnachten gefeiert wird.

Am zweiten Tag besuchen wir Atauro, eine Insel nur eine gute Bootsstunde von der Hauptstadt Dili entfernt. Tolle Korallen und herrliche Ruhe. Wir schlendern ueber den kleinen Markt und fahren mit dem Motortaxi (Motorrad vorne, Platz fuer 8 Personen hinten) zum naechsten Dorf. Hier haben sie eine riesige Krippe aufgestellt.

Leider haben wir Dauerregen am zweiten Tag und keine Aussicht auf Besserung. Es ist Regenzeit. Also zurück nach Dili.

Den heilig Abend verbringen wir mit anderen Ausländern, die meisten sind Portugiesen, die für Hilfsorganisationen arbeiten, im Hostel. Bei 30 Grad und schwüler Luft treibt uns das scharf gewürzte Essen noch mehr den Schweiß auf die Stirn. Weihnachten mal anders.

Die Tage nach Weihnachten sind ruhig, die Geschäfte und meisten Restaurants geschlossen. Die Einheimischen sind am Strand und machen Picknick mit ihren Liebsten.

Wir haben eine Mitfahrgelegenheit nach Kupang, unserer nächsten Station auf West-Timor gefunden und lassen uns das nicht entgehen. Wir brauchen zwar für 280km gute 10 Stunden, aber mit dem Bus wäre es viel länger und anstrengender gewesen. Danke an Jhonet und ihren Dad, die uns mitgenommen haben. Die Fahrt war ein Abenteuer für sich. So eine schlechte Straße habe ich noch nie erlebt. Dafuer waren die Menschen und Doerfer am Strassenrand umso interessanter. Die alten Damen haben den so genannten Tais, selbst gewebte Stoffe, um ihre Hueften. Und die Kids fuerchten sich vor Neno’s Kamera. Good-bye, Timor-Leste.

Bali & Gili Air (Indonesien Teil 1)

Yeah, Bali, Baby! Wir steigen aus dem Flieger aus und die warme, feuchte Luft klatscht uns förmlich ins Gesicht. Endlich Flip Flop Wetter vom feinsten. Ein paar Tage haben wir gezittert, ob wir überhaupt landen können. Der Vulkan Agung, mit seinen über 3000 Metern die höchste Erhebung auf der Insel, spuckte Asche und der Flughafen war 2 Tage geschlossen. Aber alles ist gut, der Vulkan ist und bleibt auch die ganze Zeit während unseres Aufenthaltes ruhig. Dafür teilen wir die Insel nur mit wenigen Touristen, für uns ganz angenehm, für die Balinesen leider eine Katastrophe. Neno kennt Bali schon, wir bleiben nur 2 Tage im hektischen Kuta und fahren dann nach Ubud. Wir verbringen eine tolle Zeit hier, fahren mit dem Roller durch die Gegend, kaufen Souvenirs und bestaunen die verschiedenen Tänze, die alle eine Geschichte erzählen. Bali, als einzige Insel in Indonesien mit hinduistischer Bevölkerungsmehrheit, zieht einen einfach in seinen Bann. Überall aufwendig und wunderschön gestaltete Tempel und alles ist so friedlich. Jeden Morgen geht unsere „Gastmutter“ mit einer kleinen Schale frischer Blumen und Räucherstäbchen durch ihren Garten und bittet die Götter um ihren Segen.

 

Einzig das Wetter (und mich ein bisschen die Neugier) lässt uns aufbrechen zu einer anderen Insel, nur eine kurze Bootsfahrt entfernt, Gili Air. Diese kleine Insel erkundet man in gut 2 Stunden zu Fuß und es gibt keine Autos oder Roller, nur Pferdekutschen und Fahrraeder. Was für eine Ruhe! Unser kleiner Bungalow mit tollem Pool ist paradiesisch. Bis ich eine riesengroße Spinne am Vorgang entdecke. Neno, mein Held, rettet mich. Mann, ich muss sagen, bin stolz, dass ich trotzdem noch ein paar Nächte ausgehalten habe 😉 nein, so schlimm war’s nicht, aber bei uns wollte der Funke einfach nicht überspringen, irgendwas hat gefehlt hier, um uns pudelwohl zu fühlen. Aber wir wissen, Bali wird uns auf alle Fälle Wiedersehen, und vielleicht bekommt Gili dann noch ne zweite Chance.

 

Singapur

Unser zweiter Stopp ist Singapur. Wir wollen hier für Neno eine Kameratasche kaufen. Zuerst geht’s aber rauf auf den berühmten Sky Tower. Einmal Aussicht genießen, bitte. Leider sind wir hier nicht lange genug, um die Lichter abends zu bestaunen. Auch die Suche nach der Tasche gestaltet sich als schwierig. Ich schlafe beim Essen fast auf dem Tisch ein. Ein bisschen viel Reiserei auf einmal. Also zurück zum Flughafen. Für alles andere sind wir zu müde.

Abu Dhabi

Auf unserem Flug von Kairo nach Bali haben wir 2 Zwischenstopps. Einer davon ist Abu Dhabi. Wir haben 11 Stunden Aufenthalt, also raus aus dem Flughafen und rein in die Stadt. Es ist ein Tag vor ihrem Gründungstag, der anscheinend groß gefeiert wird. Die Stadt selbst ist wenig beeindruckend, noch viel zu jung. Wir essen in einem klimatisierten Einkaufszentrum und laufen dann ein bisschen herum, als ein ohrenbetäubender Lärm uns hochschrecken lässt. Kampfflieger schiessen über unsere Köpfe hinweg. Und zeigen uns echt aufregende Stunts. Was haben wir für ein Glück.


Auf dem Weg zurück zum Flughafen halten wir noch bei einer Moschee an, bzw. der Moschee in Abu Dhabi – der Scheich-Zayid-Moschee. Benannt nach dem ersten Präsidenten der Vereinten Arabischen Emiraten, der sich hier mal sauber ein Denkmal gesetzt hat. Die Moschee ist sehr beeindruckend und Neno kann sich nicht satt fotografieren. Die Moschee ist noch sehr jung, 2007 offiziell eröffnet, aber als größte Moschee der Emirate sicher eines der Touristen Ziele. Wir haben wieder Glück, dass wir das Bauwerk „aufm Weg zurück zum Flughafen noch mitnehmen“ wollten, also bei Dunkelheit. Denn die Spiegelung der Lichter ist spektakulär. Abu Dhabi – ein lohneswerter Zwischenstopp.

 

Ägypten

Nach unserem Ausflug in die Wüste Jordaniens gehts direkt nach Ägypten, allerdings über Israel, die kürzeste Route.

Wir sind noch unentschlossen, ob wir ein paar Tage an der Küste bleiben wollen oder direkt mit dem Bus nach Sharm El Sheikh, die Touristenstadt direkt an der Südspitze der Sinai Halbinsel, fahren. Nachdem wir nix günstiges gefunden haben, also auf nach Sharm. 5 Stunden später sind wir da. Da es schon dunkel ist, steigen wir erstmal für eine Nacht in einem Hotel ab, das wir im Internet gefunden haben. Am nächsten Tag suchen wir uns dann eine Bleibe für die nächsten Tage. Wir finden ein Hotel, direkt am Strand mit all inklusive (naja fast, ohne Alkohol, nur bis 22 Uhr etc) – passt. Wir haben anfangs etwas Probleme, uns in den Hotel Alltag mit 3x täglich Buffet, Animation und einen Haufen russischer Gäste zurecht zu finden. Hier sprechen die Angestellten als erste Fremdsprache russisch, erst dann kommt Englisch. Aber am dritten Tag finden wir sogar Gefallen an der Tanzshow. Unser Highlight in der Zeit ist der Schnorchel Ausflug ins rote Meer. Könnte alles a bissl wärmer sein, aber wunderschön. Ich versuche, noch ein Video vom roten Meer zu schneiden und hier zu posten, aber das dauert noch.

Dann geht’s nach Kairo, wieder mit dem Bus (spottbillig, für ein paar Euro die 7-8 Stunden) und trotz der Vorwarnung ist der Verkehr und die schiere Größe der Stadt überwältigend. Wir verlassen die Halbinsel und auf gehts zum afrikanischen Kontinent.

Wir hüpfen in die Metro und die letzten Kilometer geht’s mit dem Taxi in unsere Unterkunft, mit den Pyramiden direkt vor unserer Nase – wow!

Für eines der 8 Weltwunder lasse ich hier Mal einfach wieder Neno’s Bilder sprechen.

Es waren nur wenige auslaendische Touristen da, dafuer umso mehr Schulklassen, und ich wurde belagert von den Teenies, sie wollten unbedingt alle ein Foto mit mir. Jetzt weiss ich, wie sich Promis fuehlen muessen 🙂

 

Tipps: bei Landeinreise von Israel nach Ägypten wird nicht nur das Visum für 25$ fällig. Wenn man die Sinai Halbinsel verlassen will, um z.B. nach Kairo zu fahren (wie wir) und nicht wieder zurück nach Israel geht, braucht man eine „Guarantee“, die wird nur von einem Reiseleiter, also offizieller Mitarbeiter einer Reiseagentur, ausgestellt. Wir haben nach etwas rumfragen einen Grenzer erwischt, der so jemanden angerufen hat, damit er kommt. Man gibt dem „Reiseleiter“ dann $20 pro Person und schon hat man einen Wisch, damit man den Stempel in den Pass bekommt.

Die Central Bus Station ist ca 1 – 1,5 km von der Grenze entfernt, einfach der Hauptstrasse folgen, man braucht kein Taxi. Ticket einfach da kaufen. Der Bus nach Sharm fuhr um 15 Uhr täglich.

Wenn man dann im Bus sitzt, kommt nach ca 1km eine Kontrolle, hier bezahlt man die Exit Tax.

Unterkunft in Sharm El Sheikh:

Helnan Marina Sharm Hotel

Kairo:

Marvel Stone Hotel, Terrasse mit Ausblick direkt auf die Pyramiden, auch die Lichtshow abends kann man von hier aus sehen.

Jordanien

Auf dem Landweg von Israel nach Jordanien einreisen scheint schwieriger als es tatsächlich ist. Im Internet bekommt man soviele unterschiedliche Aussagen. Visa bei Ankunft nicht bei jedem Grenzübergang möglich etc. Wir versuchen es an der nördlichsten Grenze. Ein paar Mal umsteigen und langes Warten an der Grenze. Außer uns will keiner über die Grenze, aber anstatt die 500 Meter zu laufen, müssen wir mit den Shuttle Bus fahren. Strenge Vorschriften.

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In Jordanien gibt es nicht viele öffentliche Busse, wir müssen ein Taxi nehmen. Wir wollen Amman, die Hauptstadt, meiden und fahren gleich nach Madaba. Verhältnismäßig klein, was uns sehr freut. Wir lassen uns ein bisschen treiben und schlafen aus, wir haben 12 Stunden in Bus und Auto verbracht, das schlaucht.

Danach geht’s auf nach Wadi Musa, der kleinen Stadt, das gleichzeitig das Tor zu Petra ist, der legendären Felsenstadt, auf die wir uns schon sehr freuen. Aber erst noch wollen wir einen kurzen Abstecher ans tote Meer machen. Für mich erfüllt sich damit ein Kindertraum. Kurz noch am Berg Nebo vorbei, hier hat Moses die 10 Gebote erhalten und Gott schenkte ihm das gelobte Land. Kommentar Neno: God must have been a good seller to sell this kinda land! (Gott muss ein ziemlich guter Verkäufer gewesen sein, um diese Einoede als das gelobte Land zu verkaufen). Hier gibt’s nix als Sand und Steine 🙂

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Raus aus den Klamotten und rein ins salzige Nass. Sehr spaßig, aber nach 1-2 Stunden ist es dann auch genug. Neno hat versucht zu tauchen, natürlich mit offenen Augen („mach ich doch immer“) – keine gute Idee!

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Weiter geht’s nach Wadi Musa, die Landschaft wird spektakulärer. Die Menschen auch. Neno findet die ersten Beduinen Zelte und laesst den Taxi Fahrer gleich mal anhalten, um den Leuten dort einen Besuch abzustatten.

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Gleich am nächsten Tag geht’s früh los zum Eingang. Wir sind so aufgeregt und glücklich, endlich hier zu sein. Schon der Weg durch den Canyon (Siq) ist traumhaft. Und am Ende erwartet uns das berühmte Tor, Treasury. Wow!!!! Petra ist ein großes Areal, es gibt soviel zu sehen, dazwischen die ganzen Kamele, Esel und vor allem die Beduinen. Wir sind so positiv überrascht von deren Freundlichkeit. Kein Drängen oder Betteln. Sie posieren geduldig und Neno ist in seinem Element.

Wir laufen hoch zu dem wohl schönsten Aussichtspunkt und sind froh über die angenehmen Temperaturen. Immer wieder kommen wir an liebevoll eingerichteten Beduinenlagern vorbei wo man uns freundlich auf einen Tee einlädt. Wir verweilen oben am Aussichtspunkt bei zwei Brüdern, die uns ein bisschen über ihr Leben erzählen. Die Beduinen machen die Felsenstadt für uns zu etwas besonderem. Sie machen die Stadt lebendig.

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Wir beschliessen, am naechsten Tag nochmal zu kommen und wollen schon erschoepft Richtung Ausgang, da erfahren wir, dass heute noch ne Lichtershow stattfindet, mit Konzert, direkt vor dem Treasury Tor. Na dann. Hier die Bilder 🙂

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Am 2. Tag hat Petra fuer uns nichts von seiner Erhabenheit und Schoenheit verloren, wir sind froh, nochmal viel Zeit zu haben und wandern zur Monestry.

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Unsere letzte Station in Jordanien ist Wadi (heisst uebrigens Tal) Rum. Hier gibt es eine Wuestensafari im Jeep mit Uebernachtung im Beduinenzelt.

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Tipps:

Jordanien ist teuer. Vor allem die Taxis, obwohl das Benzin so billig ist. Man kann handeln, aber viel geht nicht im Preis. Die Einreise ueber Land von Israel aus ist einfacher als gedacht. Man kann im Moment (Stand Nov 2017) an allen 3 Grenzgaengen ein Visa on arrival bekommen als EU Buerger.

Madaba:

Pilgrim’s Guesthouse – Nette Leute, sehr zentral.

Am toten Meer reicht wirklich ein Stopp von 1-2 Stunden. Die Hotels hier sind sehr teuer. Die Straende nicht wirklich super sauber. Am besten Amman Beach, Eintritt 20 JD auf der rechten Seite (links sind mehr die Einheimischen, da ist Bikini nicht erwuenscht und es ist nicht so sauber).

Jordan Pass: wenn man mehr als 4 Naechte in Jordanien bleibt, spart man sich die Kosten von 40JD fuer das Visa – ganz OHNE Jordan Pass. Ich wusste das nicht und hab online einen Tag vorher den Jordan Pass gekauft. Damit mussten wir dann aber weder Visa noch Eintritt fuer Petra zahlen (auch die 5JD fuer Wadi Rum sind da mit drin).

Petra: Ich hatte im Jordan Pass nur einen Tag fuer Petra bezahlt (Tag 2 waere nur 5JD Aufpreis gewesen, aber ich dachte, ein Tag reicht). Macht aber nix, man kann am naechsten Tag fuer nur 5JD nochmal rein, am besten aber jemanden vom Hotel anrufen lassen, damit die vorher schon Bescheid wissen.

Was haben wir gelernt? – Wenn man Zeit hat und es nicht soviel mehr kostet, immer 2 Tage Eintritt nehmen, nimmt sehr viel Stress und man kann sich ohne Hetzerei treiben lassen.

Fazit: Jordanien ist auf alle Faelle eine Reise wert. Die Leute sind sehr freundlich, nicht aufdringlich und das Essen schmeckt sehr lecker. Man leidet mit ihnen, wenn man bedenkt, wie sehr sie unter der Lage im Mittleren Osten leiden. Wir haben uns zu 100% sicher gefuehlt!

Israel – Palästina

Eigentlich haben wir Zypern wegen des billigen Flugs nach Israel ausgesucht, aber im Nachhinein war das meine Rettung. Mein neuer Pass (alter war voll bis auf die letzte Seite und neuen Namen gab’s ja auch noch) hat es nicht rechtzeitig geschafft. Deshalb bin ich mit dem alten Personalausweis nach Zypern und die beste Mutsch der Welt hat mir den Pass ins Hotel nachgeschickt. Dauert 2 Tage und kostet 46€, aber was soll’s, er kam an und wir konnten auf nach Tel Aviv.

Ein Blick auf die Internetseiten verrät uns, dass die Unterkünfte in Israel und speziell in Tel Aviv nicht günstig sind. Also kurzer Planwechsel, wir starten nach der Ankunft gleich mal los nach Jerusalem. Es fährt ein Bus gleich vom Flughafen weg direkt nach Jerusalem und wir warten nur 5 min. Sehr cool. Jetzt bloß noch die Leute im Bus fragen, wo wir genau raus müssen. Unser gebuchtes Apartment ist leider nicht im Zentrum, aber nach ein bisschen Fußmarsch finden wir die Hausnummer endlich. Nur leider ist keiner da. Auf Nachfrage sollen wir erstmal bei seiner Frau läuten. Sie ist super lieb und bringt uns zur Unterkunft. Nicht die, die wir gebucht haben und mehr als eine Matratze aufm Boden gibt’s nicht, aber mittlerweile ist es schon fast 9 Uhr abends und wir haben keine Lust auf gut Glück jetzt noch zu suchen. Wir haben Hunger. Der Tipp unserer Gastgeber ist der Markt. Und schon sind wir im fröhlichen, lauten, bunten und jungem Getümmel! Uns gefällt Jerusalem!

 

 

Am nächsten Tag aber wollen wir woanders schlafen und Neno findet ein Hostel mitten im Old Town Jerusalem, dem alten Zentrum, dass sich die Juden, Moslems, Armenier und Christen teilen. Wir laufen erstmal zur Grabeskirche. Hier ist Jesus‘ Grab, wird zumindest behauptet. Und die Schlange davor ewig lange. Wir laufen einfach rum und sind erstaunt über die vielen Nationalitäten, sogar eine ganze Reisegruppe Kroaten treffen wir.

   

Danach geht’s gleich Mal weiter zur Klagemauer. Andere Religion, andere Sehenswürdigkeit, aber kurzer Weg. Das ist das spannende in dem Teil der Stadt, in ein paar hundert Metern ändert sich der Glaube, das Aussehen, die Sprache. Und als Tourist ist man mittendrin.

      

Die Klagemauer ist weniger beeindruckend auf den ersten Blick als ich mir vorgestellt habe, aber trotzdem bin ich so glücklich, hier zu sein. Neno und ich teilen uns auf, da hier Männer und Frauen getrennt beten. Auf einen kleinen Zettel schreibe ich meinen Wunsch, den ich in eine der Felsritzen stecke. PEACE (Friede).

Am nächsten Morgen ist die dritte Religion dran und wir machen uns auf zur Moschee. Da wir unsere Sachen unbedachterweise schon zum Waschen gegeben haben, müssen wir mit kurzen Hosen hin und kriegen zwei tolle Röcke für schlappe 12€ – Halsabschneider.

Am Nachmittag geht’s in das nur 10 Km entfernte Bethlehem und damit auch nach Palästina. Unser 3. Land schon auf dieser Reise. Bethlehem ist ziemlich groß und ziemlich hässlich. Aber wir wollen zur Kirche, die an dem Platz gebaut wurde, an dem das Jesuskind geboren wurde. Hier sind noch mehr Pilger anzutreffen. Aber wir dürfen uns einer Reisegruppe anschließen und sparen uns damit 3 Stunden Wartezeit, das wär’s uns nicht wert gewesen. So aber freuen wir uns, und warten geduldig, bis man selber durch die kleine Tür passt. Für Klaustrophobiker ungeeignet.

Danach geht’s zur Mauer. Die ganze Politik rund um Israel und Palästina ist nicht leicht zu begreifen, so eine Mauer aber erinnert mich an unsere eigene Geschichte und es ist erschreckend, wie brutal und falsch es sich sofort anfühlt, als wir die Mauer sehen.

 

Tipps:

Bus: super easy in Israel, was wir so mitbekommen haben. Tel Aviv – Jerusalem geht mehrmals am Tag und dauert nur ne gute Stunde. Bus nach Jerusalem faehrt gleich vom Flughafen los.

Unterkunft in Old Town Jerusalem: Hebron Youth Hostel, zentraler gehts nicht! Sauber, sehr basic, aber bester Preis plus gratis Tee, Kaffee und Abendessen (!)

Alles ist teurer in Old Town, Souvenirs, Essen etc. Aber gerade die Unterkunft war für uns super mittendrin, rumlaufen, kleine Pause, weiter rumlaufen 🙂

Mit den Bus nach Bethlehem, billig und einfach, ein bisschen zu Laufen nach dem Haltestopp, aber einfach nach dem Weg fragen.

Stempel in den Pass: keine Sorge, machen sie nicht mehr, vorsichtshalber trotzdem nett drum bitten, man bekommt eine Einreisekarte, die bei der Ausreise dann wieder hergezeigt werden muss.

Apropos Ausreise: es werden bei Ausreise 100 Schekel fällig plus 5 Schekel Bearbeitungsgebühr. Kann man mit Kreditkarte bezahlen, wir haben halb Schekel, halb Euro in bar gemacht.

 

 

 

Cyprus – Zypern

Wir starten unser neues Abenteuer in Zypern. Ehrlich gesagt, wegen des billigen Fluges weiter nach Israel, aber wir freuen uns auch darauf, ein neues Land kennenzulernen. Wir fliegen nach Larnaka und haben dort auch unsere erste Nacht bereits gebucht.
Die Stadt hat auf den ersten Blick nicht wirklich viel Charme. Es reiht sich eine Fast Food Kette nach der anderen an der Strandpromenade. Aber ein bisschen weiter rein und schon sieht es besser aus. Die orthodoxe St. Lazarus Kirche bleibt aber die einzige Sehenswuerdigkeit, die wir hier anschauen.


Nach der zweiten Nacht wollen wir noch ein bisschen mehr von Zypern sehen und fahren mit dem Bus nach Pafos. Die Weltkulturhauptstadt 2017. Kleiner als Larnaka, aber voller mit englischen Rentnern. Wir senken hier den Alterdurchschnitt gewaltig. Wir sind noch ziemlich geschafft vom Stress der letzten Wochen und lassen es einfach ruhig angehen. Kebab und Souvlaki und Backgammon, ohne grosse Touren.

 

Tipps:

Unterkommen in Larnaka im Blazer Residence http://blazerresidence.com/

Neu renovierte Zimmer mit kleiner Kuechenzeile fuer Tee, Kaffee etc.

Fast Food: Souvlaki.gr in einer der Seitenstrassen, immer voll, immer gut, immer guenstig. Sehr empfehlenswert!

Botswana

In Botswana haben wir nochmal eine harte Zeit. Es ist sehr schwierig, Infos zu bekommen, was sich lohnen könnte zu besuchen. Außer man macht für ein paar hundert Euro eine Safari oder einen Helikopterflug. Die Bootstour bei Sonnenuntergang gibt’s für schlappe 120 US Dollar. Allerdings erfahren wir dann, dass man hier Familien des San Stammes besuchen kann. Sie werden auch Buschmann genannt und wurden durch den Klassiker „Die Götter müssen verrückt sein“ berühmt. Die Eingeborenen sind Meister im Spurenlesen und Überleben in der kargen Wildnis der Kalahari.

Nur durch die Hilfe einer Kellnerin aus Maun finden wir in Ghanzi eine Lady, die uns weiterhelfen kann. Und so sitzen wir 2 Stunden später in einem Pick up Truck und fahren in ein Camp mitten im Busch.  Die San leben auf dem Gelände des Camp und zeigen Touristen ihre Stammestänze und geben einen kleinen Einblick in ihre alte Lebensweise. Auch wenn es sehr touristisch ist, sind wir doch tief beeindruckt von diesen kleinen freundlichen Menschen und nehmen uns vor, noch mehr Zeit mit ihnen zu verbringen, wenn es möglich ist.