Kreuzfahrt durch die Karibik

Ja, richtig gehört. Wir waren auf ner Kreuzfahrt. Die karibischen Länder per Flugzeug oder Fähre zu erkunden ist ein teures und teilweise unmögliches Unterfangen. Da aber Neno’s Vorhaben, alle Länder der Welt zu bereisen, unsere Reiseroute mit beeinflusst, verbringen wir viel Zeit mit der Suche nach günstigen Möglichkeiten…und enden schließlich bei der Costa Magica, die unglaubliche 10 karibische Länder in 15 Tagen anfährt. Und der Lastminute Preis ist okay, also wird gebucht. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, dass ich mal auf nem Kreuzer landen würde, hätte ich nicht für möglich gehalten. Jetzt freue ich mich aber vor allem darauf, 2 Wochen den Rucksack nicht packen zu müssen, keine Unterkunft und Restaurant Suche dafür Zimmerservice jeden Tag. Klingt toll, und dann auch noch jeden Tag auf ner anderen karibischen Insel, es gibt schlimmeres.
Eingecheckt wird in Martinique, wir laufen zum Hafen, wo die Costa Magica bereits riesig und majestätisch vor uns aufragt.
Mit guten Absichten haben wir unsere Flasche Jamaika Rum im Handgepäck dabei, schließlich haben wir recherchiert, dass Alkohol nicht mit an Bord gebracht werden darf, bzw sie den Alkohol für dich aufbewahren bis du wieder von Bord gehst. Nur hat uns keiner die Flasche weggenommen, die Scanner haben nicht reagiert und die Frage, ob wir was dabei haben, haben wir erst beim weggehen verstanden. Ehrlich! Also sind die Abende mit Rum-Cola Absacker gesichert.
Die nächste positive Überraschung erwartet uns in der Kabine. Ich mache die Tür auf und blicke aufs Meer…wie jetzt? Aufs Meer? Fenster? Oder das ist doch…ein Balkon…? Ich stürze mich auf die Begrüßungspapiere, die auf dem Bett liegen und vergleiche vorsichtshalber nochmal unsere Namen mit der Kabinennummer. Wir haben eine fette Außenkabine! Wie genial ist das denn?
Wir bringen das Sicherheitstraining hinter uns und erkunden das Schiff. Wir haben gerade mal 100 Meter zum Pool. Sehr cool! Auch das Abendessen überzeugt, so lecker haben wir selten gegessen. 4 Gänge Menü und eine tolle Auswahl, hier hat sich die Wahl, mit einem italienischen Schiff zu fahren, auf alle Fälle gelohnt.
Ist alles nicht so spannend zu erzählen, aber glaubt mir, wir habens echt genossen.
Jeden Tag auf ne andere Insel, bei Seetagen Videos geguckt oder in den Pool gehüpft, und dann mit dem Cocktail auf’m Balkon gechillt. Die Programme am Abend haben wir meist sausen lassen, aber an Weihnachten wollten wir uns die Show nicht entgehen lassen. Und es war richtig gut! Klar sind die Kostüme zum schmunzeln und es ist kitschig, aber man sieht, wie sich die Tänzer, Sänger und die Crew ins Zeug legen, wie sie eine gute Show abliefern wollen. Und natürlich auch müssen, denn eins ist klar. Auf einem Kreuzfahrtschiff herrscht ein strenges Regime. Der Gast ist König, und zwar immer. Und das ist als Angestellter anstrengend, aber ich muss sagen, für den Gast ist es toll! Keine genervten Kellner, alles immer piccobello, es gibt nicht mal Geschirr Rückgabe, denn alles wird von den hunderten von Kellnern weggetragen.
Mein Fazit: trotzdem wahrscheinlich einmal und nie wieder, denn zum einen kann ich eigentlich alle anderen Länder einfacher besuchen (oder dann mit einem Segelschiff) und zweitens würde ich mir nie eine Außenkabine leisten, aber die hatte einen großen Teil dazu beigetragen, dass ich es so super fand. Naja, jetzt kann ich mitreden 🙂
Die Landausflüge haben wir alle auf eigene Faust gemacht. Mehr darüber in den einzelnen Blogbeiträgen.

 

 

Mexiko

 

Eigentlich hatten wir Mexiko und Guatemala geplant, aber die karibischen Länder, die Neno noch fehlen, lassen sich am besten mit einer Kreuzfahrt bereisen und wir haben eine tolle gefunden für 14 Tage, das heisst, wir haben nur 3 Wochen bis dahin. Tikal muss also warten. Wir fliegen nach Cancun und nehmen gleich den Bus in die kleinere Stadt Tulum auf der Yucatan Halbinsel. Sehr touristisch, aber ich finds gut, Backpacker freundlich und jede Menge Bars und Restaurants. Wir finden die perfekte Unterkunft. Grosses bequemes Bett, Küchenzeile mit allem was man braucht, große Fenster und Pool. Wir sind etwas geschafft von der Reiserei und verbringen die ersten Tage eher ruhig. Dann mieten wir uns ein Auto und erkunden die ersten Maya Ruinen in Coba. Ausserdem ist die Region berühmt für die Cenoten. Hier die Wikipedia Erklärung:
Ein Cenote ist ein Kalksteinloch, dass durch den Einsturz einer Höhlendecke entstanden und mit Süßwasser gefüllt ist.
Für meinen wasserbegeisterten Abenteuerer Neno natürlich ein Traum, und viele von den Cenoten sind fantastisch und einzigartig und waren unser Highlight. Leider ist es oft sehr dunkel und Fotos fast unmöglich. Dafür haben wir am Eingang einer Cenote eine Versammlung sibirischer und mexikanischer Schamanen getroffen. Die Sibirier kamen in ihrer traditionellen Gewändern und Neno hat gleich mal ne Fotosession mit ihnen gemacht.
Die wohl berühmtesten Maya Ruinen sind Chichén Itzá, Weltkulturerbe und eines der neuen 7 Weltwunder. Jetzt fehlt uns nur noch das Kolloseum in Rom und mir die chinesische Mauer. Am Abend zuvor schauen wir uns den Film Apocalypto von Mel Gibson an und die Ruinen wirken lebendig und ehrfurchtsvoll. Die Architektur und die akustischen Besonderheiten sind beeindruckend.

Valladolid ist eine Kleinstadt und unsere Basis für die Ruinen und die Cenoten. Ausserdem gibt’s eine Show von Maya Kriegern im Park und einmal im Restaurant. Ihr Make up und die Masken sind beeindruckend und sie sind sichtlich stolz auf ihr kulturelles Erbe.

Meine Lieblings Cenote ist Cenote Palomitas.

Weiter geht’s in den Norden nach Rio Lagartos, eine kleine Fischerstadt, die eher verschlafen ist. Die Bootstour durch das Bioreservat lassen wir aus und fahren mit dem Auto zum Pink Lake (rosaroter See). Ein Highlight für alle Instagram Fans. Eigentlich wird hier Salz abgebaut, aber nachdem eine Touristin dort ein ziemliches cooles Foto ins Internet gestellt hat, kommen jetzt Scharen von Fotowütigen. Wir auch. Allerdings geht es nur mit Guide und gegen Eintritt an die guten Foto Plätze. Naja, dann nicht. Ist uns irgendwie zuwider. Wir gucken uns lieber ein bisschen die Flamingos an, die gleich nebenan fressen und verzichten auf ein Selfie.

Die Reise führt uns jetzt in den Süden, nach Bacalar. Dort machen wir eine Kajaktour durch die Lagune, die aufgrund ihrer verschiedenen Türkis- und Blauschattierungen auch „See der Sieben Farben“ genannt wird. Wir hatten nur die Go Pro Kamera dabei,  ihr müsst also auf das Video warten.

Zurück in Tulum entdecken wir die Cenoten El Pit und Dos Ojos mit Sauerstofftanks. El Pit bringt uns gleich mal auf 30 Meter Tiefe und ist zu Recht einer der besten Tauchspots. Allerdings ist für Neno und mich Dos Ojos besser, das schönste ist der Lichteinfall am Eingang der Cenote und das Tauchen durch die Tunnel gefüllt mit Stalagmiten und Stalagmiten.

Als Abschluss dann endlich ein Abstecher an den Strand. Der ist irgendwie zu kurz gekommen auf unserer Mexiko Tour, aber es zeigt nur, dass Mexiko soviel mehr zu bieten hat. Vor allem die Menschen sind super freundlich und wir haben uns zu 100% sicher gefühlt. Und wir kommen auf alle Fälle wieder.

Jamaika

Bob Marley Land, tolle Strände und guter Rum. Der Flieger aus Florida ist voll. Allerdings zieht es die meisten Urlauber in die Resorts. Wir haben keine Unterkunft reserviert, uns aber auf den Ort Negril im Westen der Insel geeinigt. Es dauert ein bisschen, bis wir herausfinden, wie wir mit dem Bus dorthin kommen. Die Einheimischen verweisen uns immer wieder auf Taxis, aber wir wissen, daß geht auch billiger. Wir fahren mit dem Route Taxi zur Busstation. Das Route Taxi ist ein Sammeltaxi und kostet nur einen Dollar. Der Bus von Montego Bay nach Lucea nur 2,50$ und dann weiter mit dem Sammeltaxi für weitere 2,50$. So sparen wir 88$ – nur mal so als beispiel da uns Leute oft fragen, wie wir unsere Reisen finanzieren.

Wir steigen am berühmten 7 Miles Beach aus und beginnen unsere Unterkunftsuche. Es ist noch Nebensaison, trotzdem dauert es eine Weile bis wir ein günstiges Apartment finden. Dafür ist es direkt am Strand,  und was für ein Strand! Alles ist sehr farbenfroh und die Rastas natürlich tolle Foto Motive für Neno. Wir laufen zum Fischerhafen in Negril und hoffen auf Octopus. Leider ohne Erfolg, aber wir kommen ein bisschen ins Gespräch mit den Einheimischen. Jeder raucht hier Gras. Es ist nicht legal, aber jeder baut die Marihuana Pflanzen an. Und versucht natürlich auch, Joints an Touristen zu verkaufen. Ein paar konnten ihre Felder legalisieren, um die Touristen durchzuführen. Es scheint ne grosse Grauzone zu geben. Für uns sind die Touren nicht so interessant. Ich freue mich, einfach mal nen Tag faul auf meiner Liege zu verbringen. Und wir finden eine tolle Strandbar direkt neben unserem Hotel. Einen Abstecher zum berühmten Rick’s Café machen wir dann doch. Aber uns ist es zu laut, zu voll und zu teuer. Wir werden alt… Auch wenn wir nicht soviel gesehen haben von der Insel, wir wären gerne noch ein paar Tage geblieben. Aber jetzt ruft Mexiko.

Unser Strand!

Unsere Bar!

 

Haiti

Der Flughafen von Port-au-Prince ist ziemlich klein. Da wir eigentlich nicht in der Hauptstadt bleiben wollen, betreten wir die einzige Touristeninfo im Gebaeude. Die Ladies dort sprechen ein bisschen englisch, Gott sei Dank. Aber leider ist es nicht einfach, genaue Informationen zu bekommen. Es gibt hier einfach keine Touristen. Alle Weissen, die wir sehen, sind Mitarbeiter einer Mission oder Hilfsorganisation. Und die nehmen sich die teuren Taxis. Wir wollen eigentlich nach Jacmel, im Sueden des Landes. Das sind 80km, das Taxi dorthin kostet 100 US Dollar. Es gibt auch oeffentlich Busse, aber wir wissen nicht, ob sie auch wirklich sicher sind. Wir bekommen die unterschiedlichsten Antworten, die Mehrheit raet uns aber davon ab. Haiti ist nicht ganz ungefaehrlich, besonders die Hauptstadt. Und nicht die Busreise ist gefaehrlich, aber das warten an der hiesigen Bushaltestelle ist nicht ohne Risiko fuer zwei weisse Backpacker mit all ihren Sachen. Neno schafft es zu handeln und fuer 80 Dollar geht es nach Jacmel. Mit einem vertrauenswuerdigen Fahrer, die Ladies im Tourismusbuero ueberzeugen sich hoechstpersoenlich von ihm, sehr nett von ihnen. Fuer die Strecke brauchen wir fast 3 Stunden. Es geht erst durch das Verkehrschaos der Hauptstadt. Wir haben schon vorher gelesen, dass Haiti keine funktionierende Muellabfuhr hat, und deswegen jeder Unrat einfach neben der Strasse liegt. Sieht ziemlich krass aus. Und unserer Fahrer bittet Neno, an manchen Strassen nicht aus dem Auto zu fotografieren, zu gefaehrlich. Jacmel dagegen gilt als sicher. Als Kuenstlerstadt, mit tollen Straenden. Uns gefaellt der Ort. Die Unterkunftsuche gestaltet sich aber als schwierig. Hier gibts nichts unter 100 US Dollar. Wir haben aber wieder Glueck. Das beste Hotel der Stadt hat gerade eroeffnet. Neno bietet an, Bilder fuer sie zu machen, im Gegenzug erhalten wir Rabatt. Auf einem seiner Streifzuege trifft Neno einen witzigen Kerl, der etwas englisch spricht und uns einen Adapter fuer die Steckdose organisieren kann. Solche Leute sind der Tueroeffner fuer Begegnungen mit den Einheimischen, wenn die Sprachbarriere zu gross ist. Und so werden wir am naechsten Tag zu einer Vodoo-Zeremonie eingeladen. Wir sind etwas skeptisch, aber die Neugier ist gross. Der Versammlungsort ist ein kleiner Platz in einem Hinterhof. Es gibt auch einen Altar, der Priester fuehrt uns herum. Nach und nach kommen immer mehr Leute. Die Frauen in Leggins oder Rock und T-Shirt verschwinden kurz hinter dem Haus und kommen in roter Tracht wieder zurueck. Am Rand des Platzes ist ein grosser schwarzer Stier an einem Strick angebunden und wir ahnen, dass er wohl geopfert wird. Die Musiker fangen an zu spielen. Ein paar Maenner nehmen eine Plastikflasche, in der Alkohol ist, und floessen sie dem Bullen ins Maul und in die Nuestern. Sie erklaeren mir, dass ein betrunkener Stier ruhiger ist, und sie nachher mit ihm durch das Viertel ziehen werden. Zuvor wird der Stier vom Priester gewaschen, mit Kalk gepudert und geschmueckt. Dann geht es nach draussen. Es sind ca. 40 Leute in der Prozession, viele Bewohner des Viertels warten draussen und fotografieren und filmen mit ihren Handys. Neno und ich sind die einzigen Weissen. Das hier ist keine Touristen-Inszenierung. Das ist echt. Es ist drueckend heiss. Der Priester trinkt und tanzt und weiht alle hundert Meter die Strasse oder zumindest scheint es so. Zurueck am Versammlungsort ist es jetzt ziemlich voll. Ich versuche, einen einigermassen ruhigen Platz zu ergattern. Mittlerweile ist es nicht nur heiss, es riecht auch nach dem Schweiss der Menschen um mich herum. Der Priester tanzt sich jetzt in Trance. Der Stier wurde an dem Pfahl in der Mitte angebunden. So eng, dass er den Kopf nicht bewegen kann, aber er dreht sich im Kreis, man merkt ihm an, dass er bereits sehr muede ist. Ich sehe, wie der Priester zwei Flaschen in der Hand haelt, Er wirkt wie betrunken und versucht, auf den Stier zu klettern. Zuvor schlaegt er eine Flasche auf seinen Kopf, sie zerbricht. Er scheint davon nix zu spueren. Als er mit einiger Hilfe von aussen auf dem Stier sitzt, versucht er die zweite Flasche auf dessen Kopf zu zerschlagen. Fehlanzeige. Dafuer beisst er jetzt von der zerbrochenen Flasche ab und kaut das kleine Stueck Glas. All das wird von einer johlenden Menschenmasse begleitet. Als naechstes nimmt er ein scharfes grosses Messes und schneidet, noch immer auf dem Bullen sitzend, dessen Ohrlaeppchen ab und schiebt sich das Fleisch in den Mund. Ein kurzer Blick zu Neno, wir haben genug gesehen. Wir schieben uns durch die Menschen und atmen auf der Strasse erstmal aus.
Abends ist es in Jacmel sehr finster. Kaum jemand hat Strom, nur die paar Hotels und Restaurants im Ort. Gleich bei unserem Hotel sitzen bei Einbruch der Dunkelheit einige Studenten, die mit ihren Buechern gekommen sind, um fuer die bevorstehenden Pruefungen zu lernen. Alle hier sind sehr freundlich, trotzdem ist die Armut und die Hoffnungslosigkeit in diesem Land zu spueren. Die chaotische politische Lage zwingt uns, einen Tag frueher als geplant nach Port-au-Prince zurueckzufahren. Es sind Demonstrationen geplant, es ist sogar davon die Rede, dass der Praesident umgebracht werden soll. Die einzige Strasse von Jacmel zur Hauptstadt koennte unter Umstaenden blockiert werden. Keine Gefahr fuer Touristen, aber um den Flug nicht zu verpassen, muessen wir uns leider von Jacmel verabschieden. Ohne die tollen Straende und den beruehmten Wasserfall dort gesehen zu haben. Manchmal geht halt nicht alles. Wir sehen keine Demonstrationen auf der Fahrt, sie sind noch in anderen Aussenbezirken der Hauptstadt. Eine Nacht bleiben wir also in Port-au-Prince. In einem Hotel nahe des Flughafens. Trotzdem verspassen wir den Flug. Auf die bloedeste Art und Weise. Wir sitzen naemlich direkt vor dem Gate. Der Flug wurde dreimal veschoben, Verspaetung. Leider wurde beim vierten Mal durchgesagt, dass das Boarding doch frueher ist. Nur leider verstehen wir die Ansagen ueber den Lautsprecher nicht. Und sehen unsere Maschine ohne uns starten. Ich will auf keinen Fall noch eine Nacht in Port-au-Prince verbringen. Die Hotels sind super teuer und die Demonstrationen werden immer heftiger. Wir haben Glueck im Unglueck und ergattern einen Flug am Nachmittag zurueck nach Fort Lauderdale. Dort verbringen wir einen Nacht, bevor es weiter geht nach Jamaika.

Kanada – Niagara Faelle

 

Von Kuba geht es direkt nach Toronto in die Kaelte. Wir bleiben nicht in der Metropole, sondern nehmen den Bus nach Niagara, weil wir uns die beruehmten Wasserfaelle ansehen wollen. Es ist eiskalt in unserem Hotelzimmer und bevor die Heizung ein bisschen Waerme bringt, muemmeln wir mit unseren wenigen warmen Klamotten, die wir dabei haben, unter die Bettdecke. Am naechsten Morgen gehts auf zur Erkundungstour, die Wasserfaelle koennen wir zu Fuss erreichen. Es ist beeindruckend. Und um die diese Jahreszeit herrlich wenig los. Im Sommer, so erzaehlen uns die Ticketverkaeufer, herrscht hier ein ganz anderer Andrang. Es gibt die amerikanische und die kanadische Seite. Die Wasserfaelle auf der kanadischen Seite haben die beruehmte U-Form und sind groesser und maechtiger. Unsere Tour fuehrt uns auch hinter die Faelle, es ist aber ausser laut und nass nur wenig spektakulaer hinter dem Wassservorhang. Dafuer ist es direkt vor ihnen auch laut und nass, aber was fuer eine Kraft. Die Ponchos helfen nur wenig, und mit dem kalten Wind ist es schnell ungemuetlich, deshalb entscheiden wir uns gegen die Bootsfahrt und bleiben dafuer etwas laenger auf der Aussichtsplatform. Unser naechster Flug startet aus Amerika, um 2 Uhr nachts. Deswegen sind wir auch die einzigen, die um Mitternacht die beruehmte Rainbow-Bridge, die die USA und Kanada miteinander verbindet, zu Fuss ueberqueren. Willkommen im Staat New York. Und dann heisst es, weiter nach Port au Prince, Haiti.

 

Cuba – Trinidad

Trinidad ist ein absolutes Muss, wenn man Kuba besucht. Einst eine der reichsten und bedeutendsten Zuckerrohrmetropolen, ist es jetzt ein verschlafenes Staedtchen. Es ist sooo herrlich entspannt. Hier wechseln sich Pferdegespann und Autos ab. Die Gebauede stammen noch aus der Kolonialzeit, sind gut erhalten und immer noch bewohnt. Wir schnappen uns einen Cowboy und reiten durch die Tabakfelder.

Ausserdem geht es fuer einen Tag an den beruehmten Strand in Ancun. Wir bleiben dort den ganzen Tag, bekommen gegrillten Fisch als Picknick im Sand serviert und werden leider Opfer einer hinterhaeltigen Sandfliegen-Attacke…. die Stiche jucken noch 2 Wochen danach.

Unser letzter Stopp: Holguin. Von hier aus fliegen wir nach Kanada, deshalb auch die Jeans und Turnschuhe 🙂

Cuba – Varadero und Havana

Unser Abenteuer 2018/2019 beginnt mit einem Direktflug nach Varadero, dem All-Inclusive-Bereich von Kuba. Wir hatten jedoch ein kleines Bed & Breakfast gebucht, nur 200 Meter vom Strand entfernt und von weniger Hotelbunkern umgeben. Wir bleiben nur 2 Nächte, da wir gleich weiter nach Havana fahren wollen und Varadero hat außer billigen Flügen und einem großartigen Strand nicht viel zu bieten. Wir sind immer noch sehr verfroren und bleiben bei Rum und Cola lieber auf den Liegen als ins Wasser zu gehen.

Eigentlich haette hier noch ein kleines Video sein sollen, leider macht mir das Internet einen Strich durch die Rechnung. Vielleicht kann ich es noch nachtragen.

 

 

Ich bin sehr neugierig auf Havana. Vor sieben Jahren war ich drei Wochen mit Tanja in Kuba und seitdem gilt Havana als die schönste Stadt der Welt fuer mich. Nun wird sich zeigen, wie mein Urteil diesmal ausfaellt und ob sich vieles geändert hat. Für Neno ist Kuba eines der karibischen Länder, die er noch nicht gesehen hat, und da er alle Laender der Welt bereisen möchte, ist diese Winterreise etwas verrückter und komplizierter als bei unseren vorherigen Reisen.
Wir erreichen Havana mit dem Bus und starten unsere Suche nach einer Unterkunft. Zum Glück haben wir in Varadero ein nettes deutsches Paar getroffen, das uns ihren Reisefuehrer geliehen hat. Kuba hat nur ein teures und schlechtes Internet und wir hatten zu wenig Zeit, uns vorzubereiten. Daher kehren viele hier zum guten alten Lonely Planet zurück.
Ich bin angenehm überrascht, auf den ersten Eindruck hat sich die Altstadt von Havana nicht sehr verändert. Es gibt mehr Restaurants, mehr Unterkuenfte, mehr neue Autos, aber der Charme ist immer noch spürbar. Dann ein Mojito im Cafe Paris und ich laechle vor mich hin. Havana versprueht Lebensfreude, nach wie vor.

Neno findet Havana Vieja und Havana Centro als Fotograf natuerlich wunderbar. Die in bunten Gassen sitzenden alten Herren mit Che Guevarra Muetze und Zigarre sind hervorragende Models fuer ihn. Ebenso natuerlich die wunderschoenen Oldtimer. Die Tanzgruppe auf Stelzen sind noch das Zuckerl obendrauf.

    

 

Philippinen

Die Philippinen sind neben Osttimor der einzige asiatische Staat mit katholischer Mehrheit. Es ist spannend, wie wir durch unsere Reise auch durch so viele verschiedene Religionen und Kulturen reisen. Jetzt also wieder katholisch. Wir sind auf Cebu Island und haben nach anfaenglichen Schwierigkeiten endlich eine gute Unterkunft gefunden. Hier merkt man wieder deutlich – Asien reist. Grossfamilien aus China belagern die kleinen Hotels. Und bei unserem Ausflug zu den Walhaien sind wir Weissen in der absoluten Minderheit. Noch so ein Punkt auf meiner Bucket List, schnorcheln mit Walhaien. Juhuu, ich habs gemacht. Und weils so schoen war, sind wir auch noch mit ihnen getaucht. Ueberhaupt geniesse ich es wieder mal total, mit Neno auf dem Roller einfach die Insel zu erkunden. Die Touren hier zu den Wasserfaellen und durch die Schluchten sind fantastisch. Ich traue mich sogar, ruckwuaerts einen kleinen Wasserfall hinunter zu rutschen. Man bin ich stolz.

Brunei

Noch ein exotisches Land auf dieser Reise. Brunei. Eines der reichsten Laender der Welt. Vom Sultan regiert gibt es keine politischen Parteien. Langsam (seit 2004) findet eine vorsichtige Demokratisierung statt. Es gilt die Scharia in dem Land. Wir bleiben nur 2 Naechte. Betreten aber wieder mal eine ganz andere Welt. Brunei ist touristisch nicht gross erschlossen, das Land ist durch sein Oel reich genug, dass es sogar die Schueler umsonst ins Ausland schicken kann und man keine Einkommenssteuer zahlt.

Wir machen uns auf die Suche nach den Nasenaffen, und entdecken sie auf einem kleinen Bootsausflug. Wir kommen dabei an dem Wasserdorf Kampong Ayer vorbei, dem wir noch einen separaten Besuch widmen. Und damit haben wir unsere Sehenswuerdigkeiten in Brunei durch. Trotz der kurzen Zeit knipst Neno mal wieder wunderbare Photos.