Philippinen

Die Philippinen sind neben Osttimor der einzige asiatische Staat mit katholischer Mehrheit. Es ist spannend, wie wir durch unsere Reise auch durch so viele verschiedene Religionen und Kulturen reisen. Jetzt also wieder katholisch. Wir sind auf Cebu Island und haben nach anfaenglichen Schwierigkeiten endlich eine gute Unterkunft gefunden. Hier merkt man wieder deutlich – Asien reist. Grossfamilien aus China belagern die kleinen Hotels. Und bei unserem Ausflug zu den Walhaien sind wir Weissen in der absoluten Minderheit. Noch so ein Punkt auf meiner Bucket List, schnorcheln mit Walhaien. Juhuu, ich habs gemacht. Und weils so schoen war, sind wir auch noch mit ihnen getaucht. Ueberhaupt geniesse ich es wieder mal total, mit Neno auf dem Roller einfach die Insel zu erkunden. Die Touren hier zu den Wasserfaellen und durch die Schluchten sind fantastisch. Ich traue mich sogar, ruckwuaerts einen kleinen Wasserfall hinunter zu rutschen. Man bin ich stolz.

Brunei

Noch ein exotisches Land auf dieser Reise. Brunei. Eines der reichsten Laender der Welt. Vom Sultan regiert gibt es keine politischen Parteien. Langsam (seit 2004) findet eine vorsichtige Demokratisierung statt. Es gilt die Scharia in dem Land. Wir bleiben nur 2 Naechte. Betreten aber wieder mal eine ganz andere Welt. Brunei ist touristisch nicht gross erschlossen, das Land ist durch sein Oel reich genug, dass es sogar die Schueler umsonst ins Ausland schicken kann und man keine Einkommenssteuer zahlt.

Wir machen uns auf die Suche nach den Nasenaffen, und entdecken sie auf einem kleinen Bootsausflug. Wir kommen dabei an dem Wasserdorf Kampong Ayer vorbei, dem wir noch einen separaten Besuch widmen. Und damit haben wir unsere Sehenswuerdigkeiten in Brunei durch. Trotz der kurzen Zeit knipst Neno mal wieder wunderbare Photos.

 

Kambodscha

Als krassen Gegensatz zu den Malediven geht’s nach einer Nacht in Kuala Lumpur weiter nach Kambodscha. Wir starten in Phnom Penh, der Hauptstadt, und befassen uns dort mit der grausamen Vergangenheit des Landes.

In Phnom Penh besuchen wir die Gefängnisse und die Killing Fields der Roten Khmer, die in nur wenigen Jahren ca 2 Millionen ihrer eigenen Landsleute umgebracht haben. Es war schockierend.

Danach geht es mit dem Bus nach Siem Reap, der Stadt gleich neben der Tempelanlage Angkor Wat. Diese zu besichtigen, war ganz oben auf meiner Wunschliste. Wir haben es ruhig angehen lassen, uns einen 3 Tages Pass gekauft, einen Roller gemietet und sind erst am Nachmittag los, um der Hitze des Tages zu entgehen. Dadurch habe ich zwar nicht alle Tempel der riesigen Anlage gesehen, hab’s aber in vollen Zügen genossen 🙂

Malediven

Das Gute am Langzeitreisen? Man kann auch mal spontan sein. Unser Trip auf die Malediven kam nur durch ein günstiges Flugticket zustande. Seit einigen Jahren dürfen Touristen auch außerhalb der teuren Resorts ihren Urlaub verbringen. Die Einheimischen freut es, jetzt können sie selbst Übernachtungen anbieten und vom Tourismus leben. Allerdings ist in dem 100% muslimischen Land kein Alkohol erlaubt und Bikini nur in ausgewiesenen Strandbereichen. Für uns machbar. Wir bleiben erstmal auf der Huraa Insel. Mit einem Strand wie aus dem Bilderbuch. Die Menschen sind super freundlich und haben auch mit dem fotografiert werden kein Problem. Unser Highlight ist ein Schnorchelausflug zu den Haien und Schildkröten.

 

Die zweite Insel heißt Rasdhoo und wir brauchen mit der Fähre 2,5 Stunden. Es überrascht mich, wie günstig die Malediven sein können mit nur ein bisschen Einschränkung. Wir hätten auch für 250$ das Wasserflugzeug nehmen können. So kostet die Fähre nicht Mal 2 Dollar. Auf Rasdhoo ist schon etwas mehr los. Mehr Souvenirs Shops, Tauchshops etc. Wir leihen uns für ein paar Stunden ein Kajak und paddeln auf eine unbewohnte Insel. Die Farben um uns herum sind einzigartig, man versteht, warum die Malediven“paradiesisch“ sind.

 

Myanmar – Mandalay

Unsere letzte Station ist Mandalay. An den Verkehr in der zweitgrößten Stadt des Landes müssen wir uns erst gewöhnen. Bagan war so herrlich ruhig. Wir wagen uns aber mit dem Roller auf Erkundungstour. Neno fährt mittlerweile wie ein Einheimischer. Wir besuchen Tempel und die berühmte U-Bein-Bruecke. Sie ist 1,2 Kilometer lang, wurde um 1850 erbaut und ist die aelteste und laengste Teak-Holz-Bruecke der Welt. Ihr zuliebe stehen wir auch nochmal ganz frueh auf, um den Sonnenaufgang dort zu erleben. Mit weit aus weniger Touristen als bei Sonnenuntergang.

Myanmar – Bagan

Das Reisen innerhalb des Landes ist beschwerlich. Es gehen zwar viele Busse, aber die Strassen sind schlecht und holprig und die Fahrt ist entsprechend lange. Wir sitzen auch noch ganz vorne, ich kann auf die Strasse gucken. Es gibt keinerlei Beleuchtung, aber in dem spaerlichen Licht des Busses sehe ich die abenteuerlichen Kurven und kann kein Auge zutun. Wir erreichen Bagan um 4 Uhr morgens. Gott sei Dank vermietet unser Hotel auch Roller, wir nutzen die fruehe Stunde und wollen gleich mal den Sonnenaufgang auf einem der ueber 2000 Tempeln erleben. Es ist saukalt. Wir haben keine Ahnung, wo wir hinmuessen und fahren einfach drauf los. Neno versucht sich zu erinnern. Aber sein Besuch ist 5 Jahre her und im stockdunkeln sieht man die Hand vor Augen nicht. Langsam aber wirds heller und ich erkenne die ersten Silhouetten der Tempel – wow!. Ein paar Einheimische sind auf der Strasse. Und wir erfahren, dass es nicht mehr moeglich ist, die Tempel zu besteigen. Was fuer eine Enttaeuschung. Ich weiss zwar, dass es fuer die Tempel besser ist, wenn nicht 1000 Touristen auf ihnen herumtrampeln, aber ich hab mich so darauf gefreut, wie Indiana Jones auf Erkundungstour zu gehen. Dann aber erfahren wir, dass doch noch ein paar Tempel offen sind. Die Sonne ist zwar schon hoch oben, aber wir haben einige Tage hier, also war einer unserer Tagesbeschaeftigungen, Tempel zu finden, die man noch besteigen darf. Jeden Tag erkunden wir mit dem Roller die Gegend. Fuer mich die schoenste Zeit auf dieser Reise. Wir finden Tempel in denen keine Menschenseele ist, oder aber eine Herde Kuehe und Ziegen friedlich grasen. Ausserdem treffen wir die alte Frau mit Zigarre, von der Neno schon vor 5 Jahren Photos gemacht hat, sie posiert nochmal brav fuer ihn.


Das wohl emotionalste Treffen war mit einer Dorffamilie. Neno hatte damals einige Tage mit ihnen verbracht. Es ist eine alleinstehende Mutter mit ihren 6 Toechtern. Der befreundete Friseur ist der erste, den wir treffen, als wir versuchen, die Familie wiederzufinden. Er erinnert sich an Neno und ruft Tete, eines der Kinder. Tete sieht aus wie ein Junge, ist aber ein 12 jaehriges Maedchen und war damals 7 Jahre alt. Sie sieht aus wie 8. Sie sagt, sie erinnert sich und laedt uns zu dem Haus ihrer Mutter ein. Die Mutter spricht kein englisch, wir wissen nicht, ob sie einfach nur nett zu uns sind. Dann kommt eine Nachbarin. Sie schaut Neno lange an und meint dann: „I remember you“ – ich erkenn dich wieder. Mir laeuft eine Gaensehaut. Tete’s aeltere Schwester Kena war damals 12, so wie Tete heute. Verkaufte Postkarten an Touristen, konnte als einzige Englisch und ernaehrte ihre Familie. Neno erinnert sich, wie sauer sie damals war, als ihre Mutter in ihrer Not das Fahrrad verkaufte. Sie brauchte es dringend, um jeden Tag schnell zu den Tempeln zu kommen. Ein hartes Leben in Armut, aber es reichte. Heute erfahren wir von der Nachbarin, die am besten Englisch spricht, dass Kena mittlerweile verheiratet ist und in einem anderen Dorf lebt. Neno wuerde sie gerne wiedersehen. Es klappt.

Die kleine Tete, Meisterin im Postkarten verkaufen und Herzen erobern.

Die Familie. Tete’s aeltere Schwestern rechts von Neno.

Der „Friseur“, Nachbar und Freund. Er bringt Tete Lesen und Schreiben bei, sie ist nur 2 Jahre zur Schule gegangen und muss jetzt die Familie ernaehren.

 

Myanmar – Yangon und Inle Lake

Es geht endlich nach Myanmar. Neno’s Lieblingsland, dass er mir unbedingt zeigen wollte. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen. Und es sei vorweg genommen, sie wurden übertroffen. Unsere erste Station ist Yangon. Da es in diesem buddhistischen Land tausende von Pagoden zu besichtigen gibt, wollen wir es erst mal langsam angehen lassen und gehen stattdessen in den Zoo. Der ist etwas traurig, da die Tiere dort nicht wirklich artgerecht gehalten werden, dafür gibts ein bisschen Interaktion mit dem Publikum. Einmal einem Hippo übers Maul zu streicheln. Das ich das erleben darf, hätte ich auch nicht gedacht.

Es geht zu einer der bedeutsamsten buddhistischen Stätten im Land ,  der Shwedagon Pagode. Wir bleiben bis Sonnenuntergang.

Die Frauen und Kinder in Myanmar tragen das natuerliche „Myanmar Make-up“, Thanaka, eine gelbliche Paste, die aus einer Rinde gewonnen wird und angeblich gegen Sonnenbrand und Hautalterung helfen. Auf alle Faelle ist es huebsch anzusehen. Ebenso huebsch sind die Roecke der Maenner, fast alle tragen den Longhi (ausgesprochen: Longdschi), kariert in allen Farben.

Es geht weiter nach Nyaung Shwe, der Ort, der am beruehmten Inle-See liegt. Der Suesswasser See ist beruehmt fuer seine Einbein Ruderer und schwimmdenen Doerfer und Gaerten. Wir machen gleich zwei Ausfluege raus auf den See. Einmal bei Sonnenaufgang, um die Fischer zu fotografieren. Und einmal gehts fuer 9 Stunden rund um die Doerfer, wir besuchen eine Silbermine, eine Weberei und eine Holzwerkstatt.

Besonders faszinierend fand ich die Padaung Frauen (Langhals Frauen), die eigentlich im suedoestlichen Teil Mynamars leben, aber in einigen touristischen Gegenden zu finden sind. Sie verdienen sich mit dem „fotografiert werden“ und dem weben von Schals Geld und unterstuetzen damit ihre Familien.

Das Highlight war aber das „Indein Dorf“. Wir wussten nicht, was uns erwartet und fanden uns dann ploetzlich in Ruinen wieder, die uns an das Dschungel Buch erinnerten. Absolut beeindruckend.

Indonesien Teil 5 – Java – Yogyakarta

Unsere Reise kreuz und quer durch Asien geht weiter. Von Papua aus fliegen wir weiter auf die indonesische Insel Java, in die Stadt Yogyakarta. Wir bleiben dort nur ein paar Tage, vor allem um die beiden beruehmten Tempel Prambanan und Borobudur zu besichtigen.
Unser Zimmer ist der Hit. Fuehlt sich an wie eine eigene Wohnung. Das Essen ist toll, nur das Wetter spielt leider nicht so mit. Als wir den hinduistischen Tempel Prambanan besuchen, schuettet es wie aus Kuebeln. Wir warten in der Anlage ab, geschuetzt an einem ueberdachten Eingang, und danach zeigt sich ein tolles Lichterspiel.

Beim buddhistischen Tempel Borobudur ist es erst unertraeglich heiss. Wir suchen verzweifelt ein Schattenplaetzchen. Auf dem Weg zurueck ins Hotel ueberflutet es die Strassen. Leider haben wir nicht daran gedacht, Fotos zu machen oder zu filmen. Ich dachte eigentlich, wir muessen jeden Moment anhalten. Das Wasser kam fast bis zum Auspuff hoch, mindestens 20cm. Neno hat aber den Roller sicher gesteuert, er faehrt schon wie einer der Einheimischen. Ich sitz hinten und navigiere 🙂

Indonesien Teil 4 – Papua – Wamena

Es geht zu unserer nächsten Station in West Papua. Wamena – Baliem Valley. Mitten im Dschungel. Nur mit dem Flugzeug zu erreichen. Die Stadt Wamena gilt als Startpunkt für die Expeditionen ins Hochland zu den Volksstämmen der Region. Schon die Fahrt mit dem Minibus zum Anfang unserer Wanderung ist mehr als abenteuerlich. Selbst für einen 4×4 Jeep wäre das eine Herausforderung. Wir fahren zu 20 ! im Minibus durch eine Gerölllawine und über windige Holzbrücken. Dann Endstation. Leider gibt es die Brücke über den nächsten Fluss nicht mehr. Man muss da jetzt zu Fuss durch. Ich bin ganz kurz davor, umzukehren, bevor wir überhaupt losgelaufen sind. Flüsse durchqueren ist nicht so mein Ding. Aber Neno trägt beide Rucksäcke und einer der Männer zieht mich rüber. Puh. Die Wanderung ist anstrengend. Trotzdem überholen uns barfüssige Frauen, die neben ihren Kindern noch mindestens 15kg an Gemüse schleppen. Unbegreiflich und höchsten Respekt. Unser Ziel heisst Kilise, ein kleines Dorf, das für Touristen wie uns eigene Hütten bereit hält. Man schläft auf einer dünnen Matraze am Boden und nachts wirds empfindlich kalt. Wir sind auf über 2000m. Wir laufen durch das Dorf und dürfen immer wieder in den Hütten Platz nehmen, die sehr einfach sind. Heu als Sitzunterlage, ein paar Küchen Utensilien, Werkzeuge und das Essen köchelt im Topf oder unter Blättern im Boden.

In dem Buendel unten spitzen die zwei Fuesschen ihres Kindes raus.

     

Neno kann den Chef des Dorfes überreden, am nächsten Morgen mit ein paar anderen in ihrer Stammestracht zu kommen.

Auch in Wamena hatten wir einen tollen Ausflug. Der Markt war eigentlich nur Zwischenstation, aber für uns so interessant, dass wir gleich 2x hingefahren sind. Wamena heisst übersetzt „Ort der Schweine“, und auf diesem Markt sah ich einen Eber, der mindestens 300 kg hatte. Einer der interessantesten und wildesten Märkte, die ich gesehen habe.

Die aeltere weibliche Generation hat sich bei dem Verlust eines nahen Verwandten die ersten Glieder der Finger abgehackt. Die jungen Frauen machen das Gott sei Dank nicht mehr.

Papua Neu Guinea

Von Jayapura sind es knapp 2 Stunden bis zur Grenze ins benachbarte Papua Neu Guinea. Noch exotischer als West Papua, aber bei genauer Recherche auch schwieriger zu bereisen. Sehr schlechte bis nicht vorhandene Strassen, wenig und daher sehr teure Unterkuenfte und immer wieder hoeren wir, es ist gefaehrlich. Unser erster Versuch basiert auf der vagen Auskunft, man koennte ueber die Grenze und nur kurz den Markt besuchen, ohne Visum. Wir ruesten uns fuer die mehrstuendige Rollerfahrt und kommen an die Grenze. Leider laesst uns der Beamte ohne Visum nicht rueber. Also wieder zurueck und Visum beantragen. Das ist Gott sei dank kostenlos und in 24 Stunden fertig. Unser Plan ist, nur nach Vanimo zu fahren. Das ist ca 1 Stunde von der Grenze entfernt und gilt als sicher. Wir finden eine Unterkunft in einer christlichen Mission, und erkunden nur fuer 24 Stunden Papua Neu Guinea. Leider, denn es wuerde uns schon gefallen hier. Hier Neno’s Fotoeindruecke.