Ayurveda – 3 Wochen Verwöhnprogramm in Marawila

Eine kurze Nacht in Negombo, dann werde ich am morgen von einem Fahrer abgeholt. Es geht an die Westküste zum Cinnamon Sea Health Resort.

https://www.aytour.de/cinnamon-sea-health-care-marawila-westkuste-h7C1/

Mein Plan, Rücken stärken, Batterien aufladen und den Körper mal entgiften und mit gesundem Essen verwöhnen. Ich war noch nie im Urlaub an einem Ort für 3 Wochen. Ich freue mich darauf, den Rucksack auszupacken und mich einzurichten für den Aufenthalt. Die Anlage und mein Zimmer gefällt mir auf Anhieb. Schön klein alles, mit Pool und das Meer gleich gegenüber.

Auch die Begrüßung ist herzlich, angefangen von Roshan, dem Hotelmanager, bis zu den Gästen, die alle deutsch sprechend sind. Es werden wunderbare 3 Wochen, ich fühle mich super wohl, treffe auf tolle und interessante Menschen und bekomme super viele neue Anregungen.

Eine kurze Einführung:

Von Anfang an – so sagt es die ayurvedische Lehre – besteht die Welt aus fünf Elementen: dem Raum (oder Äther), dem Feuer, dem Wasser, der Luft und der Erde. Sie bestimmen alles: das Wesen der Steine, Pflanzen, Tiere und Menschen.

Der Mensch gilt als Mikrokosmos der Welt. Alle Elemente finden sich auch in seinem Körper wieder, so zum Beispiel in seinen fünf Sinnen: hören (Raum), sehen (Feuer), riechen (Erde), fühlen (Luft) und schmecken (Wasser).

Da in jedem Menschen bei seiner Geburt die verschiedenen Elemente unterschiedlich stark ausgeprägt sind, geht Ayurveda von einer großen menschlichen Individualität aus. Jeder einzelne von uns ist mit besonderen körperlichen und seelischen Stärken und Schwächen ausgestattet.

Zu welchem Typ jemand gezählt werden kann, ergibt sich aus den drei Doshas (Vata, Pitta und Kapha), die wiederum aus den fünf Elementen (Raum, Feuer, Wasser, Luft und Erde) zusammengesetzt sind.

Am Anfang steht die ärztliche Untersuchung, um festzustellen, welcher Typ ich bin, und um mein Gleichgewicht wieder herzustellen. Dafür gibts dann Tees und einige spezielle Mahlzeiten.

Ich beschreibe mal exemplarisch einen Tagesablauf, dann kann man es sich vielleicht etwas besser vorstellen.

Jeden Tag wache ich ohne Wecker zwischen 5 und halb 6 Uhr auf. Ich ziehe mich an, putz mir die Zähne und geh auf meine Terrasse. Dann trinke ich erstmal ein Glas heißes Wasser (gut für die Entschlakung). Um halb 7 beginnt eine Stunde Happy Yoga mit Nayana. Dann geht’s zum Frühstück. Gesunde grüne heiße Kräutersuppe, Tee, Früchte, und Bohnen plus scharfer roter Paste mit Kokosraspeln.

Je nach Behandlungsplan gibts dann Massagen (Kopf, Gesicht, Füße, Körper, Synchron Massage…), Stirngüsse, Reinigungsrituale, Wärmebehandlungen oder Schlammpackungen.

Der Stirnguss ist ein typisches Ayurveda Ritual und soll die Gedanken ordnen. Bei mir ist ordentlich was los im Kopf und ich empfinde es als anstrengend. Vor allem, weil man gleich danach erstmal mindestens eine halbe Stunde ruhen sollte, besser noch eine Stunde. Keine Musik, kein Handy, kein Buch. So gar nix machen und mit ständig kreisenden Gedanken bin ich froh, dass nach Tag 5 die Stirngüsse vorbei sind. Aber es geht besser, das Hirnchaos hat nachgelassen.

Den freien Nachmittag oder Vormittag, je nach Plan verbringe ich mit Lesen, im Meer schwimmen, und vor allem mit anderen Gästen. Jeder hier hat natürlich seinen eigenen Grund, eine Ayurveda Kur zu machen. Viele sind das erste Mal, wie ich, andere machen jedes Jahr 2-3 Wochen.

Außerdem gibts jeden Montag einen Markt und wir machen am Vollmond einen Ausflug in den buddhistischen Tempel.

Jeden Abend werden die Tische und Stühle nach draußen getragen und wir genießen das tolle Essen unterm Sternenhimmel. Ich habe sogar 2x wirklich große Sternschnuppen gesehen. Hoffen wir, dass die Wünsche in Erfüllung gehen.

 

Tangalle – Endlich Strand

Der Ort gefällt mir auf Anhieb. Es ist ein Gemisch aus lokalem Zentrum und dem mehr touristischen Strandabschnitt. Allerdings null überlaufen,  aber süße Restaurants und kleine Hotels. Ich mache mich wieder auf die Suche nach ner schönen Unterkunft und werde nach einiger Zeit fündig. Direkt am Strand,  tolles großes Zimmer und nette Leute. Meinen Aufenthalt verlängere ich von 4 auf 6 Nächte, da ich mich so wohl fühle.

Am nächsten Tag treffe ich mich mit Kate, die ich schon aus Kandy kenne. Wir verabreden uns am Silent Beach, der aussieht wie eine Postkarte. Ich vergesse total, Fotos zu machen. Aber eins ist ausm Internet und das andere von Kate.

Am nächsten Tag leihen wir uns Roller aus und fahren zum Mulgirigala Rock Monastery Temple. Ein wunderschöner Buddha Tempel, wir spenden Blumen und lassen uns segnen, dafür haben wir dann einen Wunsch frei.

Und noch einen Strand haben wir auf unserer Ausflugsliste. Hikkaduwa Beach ist berühmt für die Surfer. Ich bin wieder mal zu faul für Fotos. Deshalb nur ein kleines Video. Hier ist es nicht ganz so „wellenwild“, das heißt wir trauen uns auch mal ins Wasser.

Und wieder habe ich Glück, es gibt im Ort heute eine Parade.

Ich bleibe bis einen Tag vor Beginn meiner Kur in Tangalle und treffe viele nette Leute. Der perfekte Einstieg ins „Relax-Programm“.

Und meinen persönlichen Glücksbringer,  ne Schildkröte, gabs auch.

 

Nochmal Kandy und die Freuden des Individualreisens

Eigentlich hätte ich nichts dagegen, länger in Habarana zu bleiben, aber es zieht mich weiter. Bloß wo hin genau ist noch die Frage, zu der ich ganz allein eine Antwort finden muss und darf. Dieses Gefühl finde ich manchmal ganz toll, ich entscheide komplett alleine für mich, wäge ab, was mir besser gefallen könnte, komplett nach meinen Vorstellungen. Schlussendlich entscheide ich mich, wieder Richtung Süden zu fahren, ich will bald an den Strand. Vorher aber geht es zurück nach Kandy für eine Nacht und dann mit dem Zug nach Ella.

So siehts in den Bussen aus:

 

Viel Lust auf Kandy habe ich nicht, aber es ist die einzige Möglichkeit, wenn ich nach Ella will.
Also rein in den Bus und zurück in die Stadt.
Ich freue mich aber auf das indische Restaurant, dass ich dort entdeckt habe.

https://www.tripadvisor.de/Restaurant_Review-g304138-d3911671-Reviews-Balaji_Dosai-Kandy_Kandy_District_Central_Province.html

Beim Essen treffe ich auf Anja, sie ist Touristenführerin aus Polen und immer 6 Monate in Sri Lanka. Und jedes Mal, wenn sie in Kandy ist, geht sie in dieses Restaurant. Der Zufall kommt mir mal wieder zu Hilfe,  sie erzählt mir von einer Tanzaufführung am Abend und da ich eh nicht so recht weiß, was ich machen soll, schau ich sie mir an. Alles recht touristisch, aber schön anzuschauen.

Am nächsten Morgen geht’s schon früh los, ich will eine Station vor Kandy einsteigen, da der Zug recht voll sein soll. Leider haben auch andere Touris diesen Tipp im Internet entdeckt. Es ist voll, sehr voll. Und ich ahne, es könnte eng werden mit einem Sitzplatz.

Diese Zugfahrt ist durch Instagram berühmt geworden. Der Zug fährt oft nur mit 10km/h und man kann sich aus dem Fenster lehnen und dabei ein tolles Foto mit Teefeldern im Hintergrund machen. Könnte man. Die Vorstellung, eingepfercht zwischen so vielen Leuten,  anstehen und drängeln für das berühmte Foto und das 8 Stunden lang, lässt mich abwägen zwischen Kopf und Bauch und ich entscheide mich…Ich will hier raus! Ich ziehe meinen Rucksack aus der Ablage und über diverse Köpfe, verliere 2x meinen Flip Flop,  als ich über Füße und Backpacks steige und springe bei der nächsten Haltestelle raus. Das euphorische Gefühl, dass mich überkommt, bestätigt die Richigkeit meiner Entscheidung. Scheiss auf Ella, mir ist das zu blöd, ich will ans Meer. Ich kauf mir erstmal einen Tee und versuche dann, ein TukTuk zu finden, dass mich zurück nach Kandy bringt. Ich habe wieder Glück,  mit dem Fahrer mache ich einen Deal, er bringt mich mit dem Auto ins 6,5 Stunden entfernte Tangalle. Sonne, Strand und Meer, ich komme!

Auf nach Habarana

Dank Kate’s Tipp geht es für mich mit dem Bus ein Stück in den Norden, in den kleinen Ort Namens Habarana. Es gefällt mir auf Anhieb. Nur eine Straße,  links und rechts ein paar Geschäfte,  und die Unterkünfte in zweiter Reihe oder etwas weiter. Ich hab mir eins im Internet rausgesucht, aber genau wie in Kandy noch nicht gebucht. War wieder richtig, denn so toll finde ich es nicht. Ich laufe einfach die Straße lang, denn es gibt hier super viele sogenannte Homestays. Man hat private Zimmer mit Badezimmer, oft in einem separaten Gebäude,  aber das Grundstück gehört einer Familie, die dort auch wohnt und oft Abendessen mit anbietet.

Ich schaue mir die Weaver Bird Villa an. Der junge Mann spricht perfektes Englisch, die Zimmer sind ok, aber was mich dorthin zurückkehren lässt, ist die süße kleine Oma, die glaubte, sie hätte nicht sauber genug geputzt, als ich sagte ich finds schön, will mir aber noch eine andere Unterkunft ansehen. Denn es war blitzblank und ich brauchte einfach noch einen Moment, um auf mein Bauchgefühl zu hören.

Also zog ich ein und wurde sofort mit einer Tasse Tee verwöhnt. Anstatt Programm gönnte ich mir einfach mal Ruhe. Der Verkehr in Kandy ging mir gewaltig auf die Nerven.

Abends traf ich auf ein Schweizer Pärchen und gemeinsam mit Sachi, dem jungen Mann, der gleichzeitig der Enkel der Oma war, geht’s noch Sonnenuntergang gucken. Und abends kocht die Oma auf, das ist der Wahnsinn. Unmöglich aufzuessen, und mega lecker.

Am nächsten Tag will ich ne kleine Tuk Tuk Tour machen und fahre zum Rangiri Dambulla Felsentempel. Hier gibt es in 5 verschiedenen Höhlen ziemlich viele Buddha Statuen und Wandmalereien zu bewundern. Ich bin positiv überrascht, die Höhlen sind sehr cool, wenn auch mörderisch schwül, da sich die Hitze staut.

Aber es sind nicht soviele Besucher und ich schlenderte einfach ohne Führer durch.

Nach meiner Tempeltour geht’s weiter zur eigentlichen Berühmtheit dieser Gegend. Dem Sigiriya. Kurze Wikipedia Erklärung:

Sigiriya ist ein Monolith in Sri Lanka, auf dem sich die Ruinen einer historischen Felsenfestung befinden. Der Name leitet sich von „Singha Giri“ ab, was „Löwenfelsen“ bedeutet. 1982 wurde Sigiriya von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Allerdings ist es auch einer der Hauptattraktionen hier und ich rechne mit super vielen Touris plus super viele Stufen. Also sag ich dem Fahrer, er soll mich zum Pidurangala Felsen bringen, der ist gleich daneben, nicht ganz zu berühmt, dafür aber auch nicht ganz so hoch. Und mit schönen Blick auf den Sirigiriya bei Sonnenuntergang. Das ist zumindest mein Plan.

Der Tuk Tuk Fahrer verfährt sich, wir müssen uns beeilen, schließlich muss ich ja noch nach oben.

Im Video seht ihr den Sirigiriya Felsen, wenn ihr durch die Scheibe guckt.

Der Marsch nach oben ist anstrengend,  aber auch mit meinen Flip Flops machbar. Zuviel Neno Einfluss 🙂

Leider ist oben richtig was los, und die drängenden Touristen nerven mich schon bevor ich überhaupt den Ausblick gesehen habe. Klar, Sri Lanka ist nicht Westafrika. Hier gibts gerade viele junge Backpacker, hauptsächlich aus Europa. Mir sind es aber zuviel. Nach ein bisschen ausruhen mache ich mich wieder an den Abstieg. Und habe dafür den Weg nach unten ganz für mich allein.

Eigentlich habe ich noch ein Video mit den ganzen Menschen, aber das Internet will mir das einfach nicht hochladen.

 

Sri Lanka – ne kurze Zeit in Kandy

Während ich am Gleis auf den Zug nach Kandy warte, unterhalte ich mich mit einer Singhalesin. Sie ist selbst begeisterte Reisende und war schon auf Bali, Ägypten und viele Länder mehr. Ihr Weg führt auch nach Kandy und ich hoffe auf eine unterhaltsame Zugfahrt, als allerdings die Bahn eintrifft, geht’s hektisch zu. Mit großem Gedränge geht’s in die Waggons, ich habe keine Ahnung, wo die zweite Klasse ist, steig also einfach irgendwo ein. Es ist 3. Klasse, aber sieht ganz ok aus und es scheint, als wären alle Sitzplätze belegt, also schnell auf den noch freien Platz. Nach 4 Stunden erreichen wir Kandy. Ich habe mir ein paar Unterkünfte vorher rausgesucht,  aber irgendwie ist nicht das richtige dabei. Ich finde ein Hostel mit Privatzimmern und geh erstmal was essen. Der Ort hält mich nicht lange, der Verkehr geht mir auf die Nerven. Ich treff auf Kate im Hostel, eine Deutsche, die gerade aus dem Norden kommt. Sie empfiehlt mir, nach Habarana zu fahren.

Ich schau mir noch den berühmten „Zahntempel“ an – angeblich wird hier der linke Eckzahn Buddhas aufgewart. Es sind aufgrund des vorherigen buddhistischen Feiertags sehr viele Pilger dort, was mich aber nicht stört und ich eher ein Gefühl für die starke Gläubigkeit hier empfinde.

Hier ein paar Fotos vom Tempel,  bin immer noch sehr fotofaul, da fehlt einfach der Neno.

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Mein Abstecher für 5 Wochen nach Sri Lanka

Ich hinke mit dem Bog mal wieder mächtig hinterher. Neno und ich sind bis nach Gambia gereist und haben dort Weihnachten zusammen gefeiert.
Bereits im Senegal habe ich beschlossen, meine Batterien auf einer Ayurveda Kur in Sri Lanka wieder aufzuladen. Neno reist weiter durch Westafrika und wir treffen uns zum Karneval feiern wieder auf den Kapverden.
Den Westafrika Blog mit Mauretanien, Senegal und Gambia werde ich hoffentlich bald hier reinstellen, aber jetzt gehts das erste Mal seit langen mal wieder auf Solotour. Mein Plan ist 2 Wochen das Land erkunden und dann 3 Wochen Kur.
Mein Flieger geht um 8:40 Uhr morgens, also bringt mich Mutsch um halb 6 zum Zug in Neufahrn. Ich habe Glück, der nächste Zug fährt direkt zum Terminal am Flughafen, also kein Frieren beim Umsteigen in Freising.
Im Flieger habe ich die komplette Sitzreihe für mich, also erstmal schlafen. Ich erreiche Colombo, die Hauptstadt um 2 Uhr früh. Hole mir erstmal Geld und besorge mir ne Sim Karte fürs Handy und dann gleich ins Hotel. Am nächsten Morgen habe ich einen wichtigen Auftrag zu erledigen. Ich muss zur Ausländerbehörde und mir mein Touristen Visum verlängern lassen. Dort gehts zu wie bei Buchbinder Wanninger, Nummer bei Schalter 1 ziehen, dann zu Schalter 2, dort Passfoto aufs Formular kleben und wieder bei Schalter 1 abgeben usw usw. Nach 4 Stunden hatte ich den Stempel im Pass und bin noch in die Stadt rein um, was zu essen. So wirklich bin ich nicht in Stimmung zum Sightseeing. Es fühlt sich komisch an, ohne Neno zu reisen. Seit 4 Jahren sind wir praktisch unzertrennlich unterwegs beim Länder erkunden.
Nach dem Essen will ich daher zurück ins Hotel und schnapp mir ein Tuk Tuk. Das Handeln geht ganz gut, es gibt hier auch ne App wie UBER, die heisst Pick me, und da hol ich mir zumindest die Richtpreise. Ist herrlich, was man für überteuerte Preise angeboten kommt. Aber irgendwie noch freundliches Bescheissen und ich schimpf sie lachend verrückt, wenn die Phantasie Preise genannt werdnen. Mein nicht-ganz-so-viel bescheissende Fahrer meinte dann, dass heute Abend zum Vollmond eine große Parade nur ne halbe Stunde von Colombo stattfindet. Eigentlich wollte ich früh ins Bett, aber ich sah das mal im Fernsehen mit den geschmückten Elefanten und beschließe, hinzufahren.

Es herrscht krasser Verkehr, mit dem kleinen 3 Rad Tuk Tuk geht’s links und rechts an den stehenden Autos vorbei. Endlich sind wir in Kelaniya angekommen. Die Straßen leuchten hell mit bunten Girlanden und es stehen bereits Stühle links und rechts der Fahrbahn. Man zeigt mir den Weg zum Tempel und ich sauge gierig und freudig alles auf. Die Tänzer bereiten sich vor, anscheinend solls um halb 8 losgehen. Mir bleibt also noch ne gute halbe Stunde. Oben bei den Tempeln sehe ich die ersten Elefanten. Toll. Ich weiß nicht, welcher Platz wohl eine gute Sicht gewährt,  deshalb renne ich ein bisschen hin und her. Auch die Auskünfte zum Start der Veranstaltung sind mehr als unterschiedlich. Von ner halben Stunde bis 2 Stunden ist alles dabei. Okay, bis 10 Uhr rumstehen, das wird mir zuviel, aber so nach gut ner Stunde geht’s los. Die Parade nennt sich Kelani Perahera und feiert die Ankunft Buddhas. Die Elefanten sind prächtig, aber machen doch auf mich einen nervösen und gestressten Eindruck. Irgendwie tun sie mir leid. Nach knapp ner Stunde tun mir die Beine so weh und ich denke mir, das es wohl richtig schwer werden wird, ein Taxi zurück nach Colombo zu finden, wenn die Parade vorbei. Ganz zu schweigen vom Verkehr, also gönn ich mir die Freuden des Alleine Reisens und beschließe,  es ist genug, Zeit fürs Bett, morgen geht es schließlich mit dem Zug nach Kandy.

 

 

 

 

 

 

Westsahara

Ein Land, das eigentlich keines ist. Hier ein Auszug aus Wikipedia, damit man die Situation vor Ort etwas besser begreifen kann.
Die Westsahara ist ein Territorium an der Atlantikküste Nordwestafrikas, das nach dem Abzug der ehemaligen Kolonialmacht Spanien 1975 von Marokko beansprucht und größtenteils annektiert wurde. Marokko betrachtet das in vorkolonialer Zeit in einem losen Abhängigkeitsverhältnis zu ihm stehende Gebiet als Teil seines Territoriums. Es hat nach einer Schätzung von 2017 etwa 553.000 Einwohner.

Die zu spanischen Kolonialzeiten entstandene, linksgerichtete „Befreiungsfront“ der Sahrauis (der Bevölkerung der Westsahara), die Frente Polisario, kämpft für einen unabhängigen Staat, die Demokratische Arabische Republik Sahara, auf dem gesamten Territorium von Westsahara. Seit dem Waffenstillstand von 1991 kontrolliert die Frente Polisario einen Streifen im Osten und Süden der Westsahara von der Grenze zu Algerien bis zur Atlantikküste.

Die Vereinten Nationen verlangen die Durchführung eines Referendums über den endgültigen völkerrechtlichen Status des Gebietes. Über die Modalitäten der Durchführung eines solchen Referendums konnte bisher keine Einigkeit zwischen Marokko und den Vertretern des saharauischen Volkes erzielt werden. Hauptstreitpunkt ist hierbei die Frage, ob bei diesem Referendum neben Integration oder Autonomie auch die Unabhängigkeit der Westsahara von Marokko eine Option sein solle. Letzteres lehnte Marokko 2004 als Option ab.

Per Flieger sind wir angereist und bemerken sofort die ungewoehnlich hohe Armee-Praesenz der Marokkaner. Damit man ihnen das Land ja nicht streitig macht. Eigentlich gibts hier nur Sand. Viel Sand. Die Stadt Dakhla ist gerade im Aufbau. Ueberall entstehen neue Haeuser, Einkaufszentren, Strassen. Man bereitet sich auf den Tourismus vor, der hier hauptsaechlich aus Kite-Surfern besteht. Und man bringt mehr und mehr Marokkaner in die Stadt. Damit das Referendum, das mal durchgefuehrt werden soll, auch den richtigen Ausgang nimmt.
Abgesehen von der etwas wackligen politischen Lage fuehlen wir uns hier sehr sicher. Touristen sind willkommen. Die meisten jedoch sind in den 5 Sterne All inklusive Resorts ausserhalb der Stadt zu finden. Wir haben etwas Muehe, herauszufinden, was sich denn lohnt hier anzugucken. Die Touren sind sehr teuer. Deshalb machen wir es wieder auf unsere Art und Weise. Neno mietet ein Auto von einem Freund unseres Hotels. Und wir zuckeln einfach mal drauf los. Die Hauptattraktion hier ist die sogenannte weisse Duene. Allerdings raet uns jeder davon ab, mit einem normalen Auto dorthin zu fahren. Es ist Sandpiste, nicht ausgeschildert und man braucht Allrad. Hm, doof. Also erstmal zu Attraktion Nummer 2. Eine Dusche mit Schwefelwasser aus einer heissen Quelle. Ich lehne dankend ab. Neno geniesst es sichtlich.

Wir treffen dort auf einen Guide, der gerade mit 2 Touristen von der weissen Duene zurueck kommt. Und er meint, wenn wir vorsichtig fahren und nicht in Panik geraten, sollten wir es mit dem normalen Auto schaffen. Fuer Neno bedeuted das, kein Problem, wir fahren hin. Allerdings ist es schon spaet, also planen wir fuer den naechsten Tag den Strand Porto Rico und die weisse Duene zu besuchen.

Fuer Nachmacher:

Hotel Imperial Playa fuer knapp 30 Euro das DZ.

Porto Rico, sehr einfach mit dem normalen Auto. Nur ca. 1-2 km Schotterstrasse, aber gut befestigt. Netter Strand, wir waren fast alleine. Nur ein Strassenhund kam zur Begruessung.

White Dune oder weisse Duene. Also, das ist nur was fuer Leute mit starken Nerven ohne Allrad. Wir mussten ein paar mal die Arschbacken zusammenkneifen, und ein kurzes Stossgebet schicken. Aber es ging alles glatt. Als Belohnung gab es wilde Kamele und eine weisse Duene komplett fuer uns allein. Toll!!! Das letzte Stueck zu Fuss dahin war anstrengend. Wir sind erst nachmittags angekommen und das Meer hat die Duene abgeschnitten. Also hiess es erstmal ca. 1km im Sand und dann nochmal 1km durch kniehoches Wasser waten. Aber es hat sich so gelohnt. Eines unserer Highlights ueberhaupt auf unseren Reisen.

Danach gings zum Restaurant TalhaMar, dort kann man sich die Fischplatte aussuchen und dann darf geschlemmt werden.

Eine besondere Ueberraschung war der Abstecher suedlich von Dakhla in den kleinen Fischerort Lasarka. Wir kommen kurz vor Sonnenuntergang dort an und es wimmelt nur so von Fischern mit ihren Booten, die entweder gerade zurueck kommen und gerade in See stechen. Traktoren geben entweder den notwendigen Schubs ins Wasser oder ziehen die schweren, aber wunderschoenen Holzboote an den Strand. Das Licht ist fantastisch und Neno ist in seinem Element. Allerdings erst nachdem er von einem Mann in Uniform belehrt wurde, keine Fotos zu machen. Wir laufen also aus seinem Sichtfeld und die Fischer selber haben nichts dagegen, fotografiert zu werden. Sie nehmen uns auch auf dem Traktor wieder zurueck zum Parkplatz.

Fazit: Dahkla ist nicht Marokko und wir fanden es fantastisch.

 

Marokko – Essaouira

Nach ein paar Tagen in der Metropole zieht es uns weiter nach Essaouira, die Unesco Hafenstadt an der Atlantikkueste. Uns gefaellt es sofort. Das Licht, die Festung, der Hafen, die Medina (Altstadt), die Menschen. Alles ist hier ruhiger als in Marrakesch, weniger hektisch. Dafuer zwar mehr Wind, aber es gibts Fisch in allen Variationen und wir schlemmen uns so durch.

Als besonderes Highlight treffen wir Alex und Martin, die sich auch schon seit knapp 2 Wochen im Land rumtreiben und wir machen einen Tagesausflug in den nur 20 Kilometer entfernten Ort Sidi Kaouki. Wir trinken Kaffee und Neno besorgt uns mal ganz spontan 4 Pferde und rauf gehts die Gaeule, einmal rum um den Ort und runter zum Strand. Romantik pur. Leider sind die Hottehues wohl ziemlich zerstritten, wir duerfen einander nicht zu nah kommen, sonst gibts Aerger, deshalb bleiben die Maedels und Jungs getrennt auf den Fotos. Spass hatten wir trotzdem.

 

Marokko – Marrakesch

Wir nehmen uns ein „shared taxi“ von Chefchaouchen nach Tangier. Das heisst, man wartet an einer bestimmten Taxi Haltestelle bis man 7 Leute zusammen hat, die alle nach Tangier wollen und dann gehts los. Diese Art, von A nach B zu kommen, wird uns noch oft auf dieser Reise begleiten. Dabei bieten die Autos mal mehr, mal weniger Platz fuer die Passagiere. Hier haben wir Glueck. Wir muessen zwar ueber eine Stunde warten, aber die Sitze sind bequem und die Autofahrt ist nicht zu lang. Mit uns gemeinsam faehrt ein Paerchen aus China. Wir wollen den Taxifahrer, der kein Englisch spricht, fragen, ob er uns am Bahnhof in Tangier aussteigen lassen kann. Unser Plan ist naemlich, mit dem Zug nach Casablanca, und von dort gleich weiter nach Marrakesch zu fahren. Angenehmer und schneller als mit dem Bus. Neno versucht es in spanisch und Zeichensprache. Dann die Ueberraschung, die zwei jungen Chinesen sprechen fliessend arabisch. Ha! Ist ja cool! Sie studieren in Casablanca internationale Beziehungen und haben sich auf den arabischen Markt spezialisiert.
Ein paar Worte mehr als Shokran (Danke) waeren sicherlich ab und zu hilfreich. Aber es geht auch so, und manchmal ist es vielleicht besser. Denn gerade bei den Haendlern spuert man den Unmut, wenn man nicht das Ding kauft, bei dem der Blick aus Versehen mal laenger haften blieb. Und das Gemurmel, das dann folgt, kann man sich auch so zusammenreimen. Trotzdem hatten wir gerade in Fez schon einen kleinen Kaufrausch. 2 Masken und eine Statue hat Neno erhandelt.
In Marrakesch werden wir nicht wirklich fuendig. Zuviel los und wohl zuviele Touristen, die den teilweise 8fachen Preis widerstandslos bezahlen. Naja, macht nix. Es wird noch viele Gelegenheiten zum „shoppen“ geben. Ansonsten ist uns Marrakesch zu gross und zuviel los. Aber irgendwie gehoert das wohl auch zu der Metropole.

 

Aber das Essen ist immer noch hervorragend und wir beschliessen, einen Tagesausflug ins Atlas – Gebirge zu machen. Dabei wird man mit anderen Touristen und einem Guide erstmal zu den Argan-Laeden gefahren. Das Argan Oel ist mittlerweile der Verkaufsschlager an die faltigen West- und Mitteleuropaer. Gibt es in allen Duftrichtungen und wird tatsaechlich sehr natuerlich hergestellt. Mir gefaellt, dass die Frauen damit eine Moeglichkeit bekommen, Geld zu verdienen, und damit unabhaengiger von den Maennern werden. Die kleinen Doerfer der Berber sind wirklich schoen anzusehen und Neno bekommt ein paar Models vor die Nase. Wir laufen durch Walnuss-Baum-Waelder und kommen an einen kleinen Wasserfall, bevors zum Mittagessen geht.

Frisch gestaerkt dann fahren wir Richtung Sueden zu den Kamelen. Ich wusste gar nicht, dass ein Ritt auf dem Programm steht, also gut, dann rauf auf den Hoecker. Leider sieht niemand reitend auf einem Kamel wirklich sexy aus, zumindest keine Touristen, deshalb hier nur wenig Bilder. Das Baby aber ist wirklich zuckersuess und sein Fell total weich und kuschelig. Das wuerde ich gerne mit nach Hause nehmen. Zusammen mit den vielen vielen Eseln, die wir hier ueberall als Arbeitstiere eingesetzt sehen. Jeden einzelnen davon wuerde ich so gerne retten. Irgenwann hab ich meine Esels-Farm, ganz bestimmt.

Marokko – Chefchaouen

Nach ein paar Tagen gehts weiter hoch in den Norden. Ich kenne Chefchaouen eigentlich nur von ein paar Instagram Bildern. Und natuerlich weiss ich nicht, ob die sogenannte Blaue Stadt auch wirklich so blau ist, wie es auf den inszenierten Fotos aussieht. In den 6 Jahren, in den ich jetzt so intensiv reise, hat sich sehr viel geaendert. Vieles ist durch durch die neuen sozialen Medien besser geworden. Man bekommt viele Tipps durch diverse Facebook Gruppen und eben Instagram hat uns nach Chefchaouen gebracht. Aber manchmal werden die Erwartungen nicht erfuellt. Und als wir mit dem Bus in dem kalten regnerischen Ort ankamen, hatte ich etwas Schiss, das wir den weiten Umweg vielleicht umsonst gemacht haben.

Aber vornweg, Chefchaouen hat uns begeistert und wird auch am Ende unsere Lieblingsstadt in Marokko. Trotz der eisigen Temperaturen hier. Die machen uns fertig. Es gibt keine Heizung in den Unterkuenften, draussen hats so an die 4 Grad Celsius. Und wie gesagt, am ersten Tag auch noch Regen… Ansonsten waeren wir hier bestimmt noch laenger geblieben als die 3 Tage.

Denn ist blau! Ganz viel blau. Tolles Blau. Mediterranes Blau. Man kann sich hier zu Tode fotografieren. Der Ort ist umgeben von Bergen, also auch noch gruen drumrum. Und die Leute sind sehr nett. Hier wird niemand zum kaufen gedraengt. Sehr erholsam. Und wir finden das beste Restaurant fuer uns, Restaurant Beldi Bab Ssour. Vorab gibts Oliven und Paste, dann fuer mich ne Garnelen Tajine und dann zuckersuessen Tee. Lecker. Wir schaufeln rein was das Zeug haelt, denn wir wissen, bald gibt es keine so vielfaeltige Kost mehr.

 

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